Norway-Trip
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9. April 2019

Oslo – Røyse – Geilo

Oslo – Røyse – Geilo
9. April 2019

Oslo – 02.-05. April 2019

Ankunft am späten Nachmittag in Oslo Gardermoen (Flughafen). Es war der Anfang meiner Reise und ich wusste, ich habe nun 3 Monate Zeit für mich. Deshalb nahm ich mir auch die Zeit und suchte in aller Ruhe die nächste Verbindung ins Stadtzentrum, da sich der Flughafen etwas ausserhalb von Oslo befindet. Ich kaufte mir für 190 NOK (Norwegische Kronen) ein Flytoget-Ticket und fuhr mit dem Schnellzug zum Hauptbahnhof Sentralstasjon – Fahrzeit etwa 20min. Dort ging es weiter mit dem Tram in den Stadtteil Grünerløkka, wo sich mein vorab gebuchtes Hostel Anker Apartment befand. Ich erhielt ein 4-Bett Zimmer für mich alleine.

Der nächste Tag war trüb und regnerisch. Ich machte daher nur einen kurzen Abstecher zu Fuss in die Innenstadt und war kurze Zeit später wieder zurück im Hostel. Dort erledigte ich noch einige private Laster aus der Heimat und ging bald schlafen. Mein Abendessen bestand aus einem aufgewärmten Schinken-Käse Sandwich vom Joker-Supermarkt gleich nebenan. Allgemein war meine Ernährung sehr auf Fast-Food ausgelegt – schnell und einfach.

Am Donnerstag herrschte Sonnenschein und klares Wetter. Wiederum ging ich zu Fuss Richtung Innenstadt und traf dieses Mal auf sichtlich mehr Leute. Jeder wollte etwas von der Sonne abhaben. Mein Rundgang führte mich an einigen Street-Art Spots vorbei, durch das neue Stadtviertel Barcode mit beeindruckender Architektur und zum Schluss auf das Opernhaus. Ich besorgte mir auf dem Rückweg noch eine Prepaid-SIM-Karte von Telia und war somit bereit für den Road-Trip durchs Land. Zurück im Hostel recherchierte ich nach meiner nächsten Unterkunft und musste feststellen, dass die meisten Campingplätze erst im Mai öffnen. Dies war nicht sonderlich speziell, da es draussen zum Zelten sowieso noch zu kalt war. Es gab jedoch die alternative, in einer der auf jedem Campingplatz vorhandenen Hütten zu übernachten. Ich musste nach langer suche und erschöpft vom Tag die weitere Planung abbrechen und entschloss mich, am Folgetag einfach ins Land raus zu fahren und spontan nach einem Schlafplatz zu suchen.

Früh morgens hiess es auschecken und zu Fuss zur Bushaltestelle. Anders als auf der Hinfahrt beförderte mich der zuvor gebuchte Flybussen wieder zurück zum Flughafen, um mein Mietauto (VW Golf – neues Modell und Automat) in Empfang zu nehmen. Nachdem ich feinsäuberlich das Schadenprotokoll mit einem Hertz-Mitarbeiter aktualisierte, ass ich noch am Flughafen zu mittag. Dabei buchte ich mir die Unterkunft (Airbnb) für die folgenden zwei Nächte in Røyse in der Nähe von Hønefoss, weil ich an meiner Spontanität zweifelte und einen sicheren und günstigen Schlafplatz wollte. Im Anschluss ging es auf die Strasse. Das Navi führte mich aus dem Flughafen auf eine nicht sonderlich beeindruckende Route. Auf dem Weg befanden sich erstaunlich wenige Autos. Es lag stellenweise viel Schnee im Strassengraben. Das Wetter war nach wie vor trüb und trocken.

Røyse – 05.-07. April 2019

Der Standort des Airbnbs war weit weg von der Hauptroute, was mir jedoch einen ruhigen und sehr angenehmen Start für meinen Road-Trip verschaffte. Bei der Ankunft zeigte mir die Host-Tochter Celine den Eingang zur Wohnung, welche direkt unterhalb ihres Hauses lag. Ich erhielt keinen Schlüssel. Die Türe war und blieb während meines Aufenthalts unverschlossen, was mich aber nicht sonderlich beirrte. Im Umkreis sah ich nur sehr wenige weitere Häuser – meist Ferienhäuser wie es mir schien. Ich hatte einen schönen Ausblick auf den davor liegenden Tyrifjorden (mehr ein grosser See als ein typischer Fjord). Da ich selber kochen konnte, fuhr ich gleich wieder zum nächsten Supermarkt und besorgte mir die wichtigsten Nahrungsmittel für die kommenden Tage. Während ich Pasta mit Tomatensauce ass, recherchierte ich nach einer Wanderung für den nächsten Tag.

Ein Samstag gefüllt mit Sonnenschein und wärme – perfektes Wanderwetter. Ich machte mich auf nach Sundvollen und parkierte im Dorf. Anschliessend begab ich mich auf den Aufstieg Richtung Kongens Utsikt (Kings View). Der Wanderweg war gut beschildert und die Infotafel zu Beginn offenbarte mir, dass ich mich auf der alten Poststrasse zwischen Bergen und Oslo befand. Dies war eindrücklich, da ich es mir nicht vorstellen konnte, dass auf diesem steilen weg früher Postkutschen fuhren. Die Wanderung war sehr anstrengend, da der ganze Weg nach wie vor mit Schnee bedeckt war. Ich liess mich davon nicht abhalten und kam nach etwa 1.5h beim Aussichtspunkt an. Unterwegs traf ich nur auf eine Handvoll weiterer Leute und am Kongens Utsikt konnte ich sogar für eine halbe Stunde alleine die Ruhe und Aussicht geniessen. Nach den obligaten Fotos und einem Zwischensnack ging es bereits wieder zurück zum Airbnb. Dort buchte ich die nächste Unterkunft für die folgenden drei Nächte.

Geilo – 07.-10. April 2019

Die Fahrt Richtung Geilo war spannender, aber wirkliche Highlights blieben aus. Auf dem Weg bemerkte ich viele Ähnlichkeiten zur Alpenregion in der Schweiz. Geilo (ca. 800m.ü.M.) war noch komplett in Schnee gekleidet und kann mit Davos vergliechen werden. Es ist die prominenteste Ski-Region mit 40 verschiedenen Abfahrten und 220km Langlaufloipen, ausserdem bekannt als Kurort für Atemwegserkrankte. Meine neue Hostess, die pensionierte Paula, nahm mich herzlich in Empfang und zeigte mir ihr grosses und luxuriös eingerichtetes Apartment in einer Chalet-Siedlung etwas ausserhalb vom Dorf. Sie gab mir zugleich einen Wander-Tipp für den nächsten Tag und verabschiedete sich in Ihre Wohnung im oberen Teil des Hauses. Ich nistete mich ein und ging dieses Mal zu spät ins Bett. Zu lange plante und recherchierte ich bereits die nächste Unterkunft.

Den Montagmorgen verschlief ich. Dies war weiter nicht schlimm, da mich die wärmeren Temperaturen (um 5 Grad) erst am späten Nachmittag erwarteten. Nach einem reichhaltigen Morgenessen machte ich mich mit dem Auto auf den Weg ins Dorf runter und parkierte in der nähe meiner Wander-Route. Diese verlief einmal um den Ustedalsfjorden, welcher zur Zeit noch komplett zugefroren war. Teils auf präparierter Langlaufstrecke und durch kleine Birkenwälder führte mich der Weg durch die verschneite Landschaft. Ich traf unterwegs wiederum nur auf sehr wenige Leute – Erholung pur fernab des Geschehens. Auf dem Weg lockerten viele Info-Tafeln zur Geschichte und Kultur der Region die Wanderung auf. Die Mittagssonne in Kombination mit dem Schnee unterschätzte ich klar und bekam sogleich einen leichten Sonnenbrand im Gesicht. Etwas erschöpft machte ich mir im Anschluss einen gemütlichen Abend mit Pizza und Film schauen.

Tags darauf schlief ich wiederum bis zum frühen Mittag und wurde kurz nach dem Morgenessen von Paula zu Kaffee und Waffeln eingeladen. Sie sorgte sich um mich, da ich mich sehr ruhig verhielt. Neugierde, Hilfsbereitschaft und Fürsorge zeichneten Sie aus, woraufhin ich ihr über meine Herkunft, Reispläne und Essgewohnheiten berichtete. Sie half mir über zwei Stunden hinweg mit der Planung meiner Reise und überhäufte mich mit Tipps zu ganz Norwegen. Unglaublich diese Frau – etwas besseres konnte mir nicht passieren! Nach zwei weiteren Kaffees und lustigen Gesprächen, sonnenbaden auf ihrer Terrasse, kehrte ich wieder zurück ins Apartment. Dort wurde ich kurz vor dem Abendessen nochmals von ihr überrascht, als sie mir noch zwei Hamburger von ihrem Einkauf mit den Worten «Die besten Burger und waren zum halben Preis.» überreichte. Nach diesem leckeren Abendessen buchte ich mein nächstes Airbnb und ging schlafen.

Über dieses Tagebuch

Das ist mein digitales Reisetagebuch aus Norwegen. Ich fahre von April bis Juni 2019 durch ganz Norwegen – vom Süden bis in den hohen Norden. Wöchentlich schreibe ich einen Tagebuch-Eintrag über meine Erlebnisse und halte meine Eindrücke in der Foto-Galerie fest.
Viel Spass beim anschauen!

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© 2019 – Michael Egger