Haugesund – 16.-18. April 2019
Am nächsten Morgen begrüsste uns wiederum die Sonne. Wir beschlossen nochmals per Fähre nach Bergen zu fahren um dieses Mal die Stadt zu erkunden. Vom Hafen aus konnten wir die malerischen Hausfassaden von Bryggen sehen. Danach schlenderten wir durch den alten Stadtteil Nordnes. Im Anschluss kauften wir im lokalen Starbucks-Abklatsch zwei Coffee-to-go und sassen auf eine Parkbank beim Stadtweiher Lille Lungegårdsvann. Danach ging es wiederum mit der Fähre zurück nach Askøy und mit dem Auto auf die Strasse nach Haugesund. In Halhjem hört die Strasse direkt am Wasser auf und wir verluden das Auto auf die Fähre. Die rund 40minütige Fährenfahrt über den Bjornafjord war gemütlich und eine tolle Abwechslung zum Asphalt. Man konnte aus dem Auto aussteigen und sich im Schiffsrestaurant verpflegen und die Fahrt geniessen. In Sandvikvåg ging es dann wieder auf Rädern weiter. Unterwegs durchquerten wir zwei Unterseetunnels unter dem Klosterfjord bis wir anschliessend in unserem Airbnb von Brian direkt im Zentrum von Haugesund ankamen. Zwei Übernachtungen in einem 1860 gebauten Haus, welches sowohl im alten Stil belassen wie auch mit modernem Equipment ausgestattet war. Nach einem kurzen Einkauf im Supermarkt und zwei Tiefkühlpizzen später legten wir uns schlafen.
Am Mittwoch stand die nächste Wanderung an der Tagesordnung. Dafür fuhren wir eine knappe Stunde nach Nedstrand, um dort den Himakånå (357m.ü.M) oder auch Mini-Trolltunga genannt zu erklimmen. Der teilweise steile und steinige Weg führte uns durch Nadelwälder, vorbei an schönen Aussichtspunkten und kurz vor dem Gipfel durch einen kleinen Birkenwald. Unterwegs wurden wir mehrmals von sehr fitten Norwegern überholt und wunderten uns auch über die Familien mit Kleinkindern und Babys in speziellen Baby-Rucksäcken. Ein Beweis für die Naturverbundenheit Norwegens, welche schon in den jüngsten Jahren vermittelt wird. Oben angekommen mussten wir aufpassen, da es wie überall in Norwegen keine Sicherheits-Absperrungen hatte. Man konnte also auf die Felskante sitzen und die Füsse 300 Meter über dem Lysevatnet baumeln lassen. Die obligatorischen Fotos blieben natürlich nicht aus. Bald darauf nahmen wir den Abstieg in Angriff und genossen beim Parkplatz ein Glacé vom Supermarkt nebenan. Zurück im Airbnb kochte mein Vater eine superleckere Bolognese. Wir planten noch die Weiterreise und gingen mit müden Beinen schlafen.
Stavanger – 18.-20. April 2019
Um die Mittagszeit schlenderten wir noch ein wenig durch Haugesund, bevor wir nach Stavanger losfuhren. Bei Årsvagen verluden wir das Auto erneut auf die Fähre über den Boknafjord bis Mortavika. Dieses Mal ging die Überfahrt nur rund 20min. Anschliessend passierten wir noch einige Brücken und Unterseetunnels unter dem Hillefjord bis wir beim Frogner House Apartment nicht weit vom Hafen von Stavanger ankamen. Wir checkten in ein Studio-Zimmer mit Kochnische ein. Zu unserer Freude wirkte alles neu renoviert und noch völlig unbenutzt. Anschliessend spazierten wir zum Hafenviertel und assen im Egon Restaurant zu Abend. Die Stimmung rund um den Hafen war sehr ausgelassen. Viele Leute feierten singend und ausgelassen in den Abend hinein. Wir hingegen gingen bald zurück ins Apartment, planten den Folgetag und legten uns schlafen.
Eine Wanderung zum berühmten Preikestolen kam aufgrund der Osterzeit nicht in Frage. Zu viele Touristen würden uns vor Ort erwarten, welche einen angenehmen Aufstieg wie auch Aufenthalt sicherlich beinträchtigen würde. Darauf hin beschlossen wir, den Aussichtspunkt Rennesøyhodnet (234 m.ü.M) auf der Insel Rennesøy zu besuchen. Wir fuhren dorthin und hatten Glück den letzten Parkplatz zu ergattern. Es waren einige Leute aufgrund des sonnigen Osterwochenendes unterwegs, jedoch konnten wir grösstenteils die Wanderstrecke alleine laufen. Dieser führte uns durch offenes, teilweise mooriges und hügeliges Land sowie durch Tannen- und Birkenwälder. Den Aussichtspunkt musste man noch mit einem kurzen steilen Anstieg bewältigen. Oben wurde man mit einer 360° Panorama-Sicht auf die umliegenden Inseln und Stavanger belohnt. Wir legten eine kurze Picknick-Pause ein und machten uns auf einem anderen Weg zurück zum Auto. Zurück im Apartment beschlossen wir noch einmal im Egon Restaurant zu speisen, da das Angebot extrem abwechslungsreich war (Fleisch, Fisch, Burgers, Pizzas, Pasta, mexikanisch).
Kristiansand – 20.-22. April 2019
Vor uns lag eine 4.5h lange Fahrt mit sonnigem Wetter entlang der Jaeren Landschaftroute nach Kristiansand. Wir planten unterwegs diverse Stops bei Leuchttürmen und Bunkeranlagen des zweiten Weltkriegs. Als erstes besuchten wir den Obrestad Fyr. Vor Ort trafen wir keinen typischen Leuchtturm an, sondern ein Leucht-Gebäude umgeben von diversen Messstationen für Wetterdaten. Wir hielten uns dort nicht lange auf und fuhren entlang der schönen und von Bauernhöfen gespickten Küstenstrasse weiter. Der nächste Halt fand beim Sirevåg Kystfort statt. In die steinige Küstenlandschaft hineingesprengt und somit perfekt vor Luftaufklärung geschützt, entdeckten wir die einzelnen Flak- und Kanonen-Stellungen und mittels Tunnels verbundene Bunkeranlagen. Ein spannender Ort mit schönster Aussicht aufs offene Meer. Weiter ging die Fahrt durch den Magma Geopark, welcher sich durch gewundene Strassen vorbei an riesigen Steinformationen auszeichnete. Hie und da ragten die grossen Rotoren von Windanlagen aus dem Boden. An einer lauschigen Bucht legten wir eine Sandwich-Pause ein und genossen die Sonne und die Sicht aufs Meer. Für den letzten Halt verliessen wir die Hauptroute für Norwegens ältesten Leuchtturm Lindesnes Fyr. 1655 wurde hier Norwegens erstes Leuchtfeuer angezündet. Mittlerweile ist die Anlage mit elektrischem Licht und Prisma ausgestattet und vollautomatisiert. Zudem ist es Norwegens südlichster Punkt und daher eines meiner persönlichen Reiseziele für meinen Trip. Nach unzähligen Fotos nahmen wir die restliche Fahrstrecke in Angriff und kamen nach insgesamt 7h Reisezeit beim Airbnb von Nina in Kristiansand an.
Am nächsten morgen fuhr ich meinen Vater zum Flughafen Kristiansand und verabschiedete mich dort. Wir hatten eine gemütliche, abwechslungsreiche und spannende Zeit zusammen. Ich denke, auch er konnte diese Woche in Norwegen reichlich geniessen und wird sie in schönster Erinnerung behalten. Anschliessend ging ich nochmals ein paar Stunden schlafen und verbrachte den restlichen Tag mit Wäsche waschen und Planung für die Folgewoche.