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16. April 2019

Voss – Bergen

Voss – Bergen
16. April 2019

Voss – 10.-13. April 2019

Nachdem ich die Wohnung geputzt hatte, verabschiedete ich mich von Paula und machte mich auf den Weg Richtung Voss. Die Strasse führte mich über die erste Landschaftsroute Hardangervidda, welche ihrem Namen alle Ehre machte. Ich fuhr durch eine verschneite Landschaft – rechts von mir erhob sich das Hallingskarvet-Gebirge und links blickte ich auf das weiss-strahlende Hardangervidda-Hochplateau. Gerne wäre ich Beifahrer gewesen, jedoch musste ich mich mit kurzen Pausen um Fotos zu schiessen zufriedengeben. Den ersten längeren Stop machte ich beim Vøringsfossen – Norwegens vermeintlich bekanntester Wasserfall (Fallhöhe 182m), welcher im Winter natürlich nur als kleines Rinnsal vor sich hin plätscherte. Kurz darauf ging es das steile Måbødal hinunter mit seinen markanten Kehrtunnels. Unten angekommen, eröffnete sich mir bald der Blick auf den majestätischen Hardangerfjord. Diesen durfte ich auf der 2013 fertiggestellten Hardangerbrua überqueren, welches mit dem Durchschreiten der «Tore Mordors aus Herr der Ringe» verglichen werden kann. Die Krönung an Spezialität boten die im Bergtunnel gebauten Kreisel vor und nach der Brücke. Vor der Ankunft in Voss kaufte ich ein paar wenige Lebensmittel ein. Das Check-In im Airbnb verlief dieses Mal per Schlüsselbox mit Code. Mein Host erkundigte sich am Abend noch bei mir und versorgte mich mit Handtüchern, Abwaschtabs und Anti-Ameisenspray, da ich bei der Ankunft einige Ameisen in der Küche entdeckt hatte. Abgesehen davon war die Wohnung sauber, roch aber etwas nach Abwasser… Alles in allem beinhaltete sie aber alles was ich brauchte und der Geruch verflog ziemlich bald.

Am Donnerstag erwartete mich sonniges Wetter mit leichter Bewölkung. Ich entschloss mich, einen leichten Spaziergang zu unternehmen. Die nahegelegene Schlucht Bordalsgjelet Gorge war perfekt dafür. Von meinem zentral gelegenen Airbnb lief ich in knapp einer Stunde dorthin. Die Infotafel vor Ort erklärte mir die Entstehung: die Sedimente eines Gletscherabflusses gruben sich vor Jahrtausenden in das Gestein, wobei sich immer wieder Wirbel bildeten, die das Gestein stellenweise zu riesigen Kesseln formten. Auf dem Rückweg durchquerte ich den Prestegardsmoen, ein kleines Wäldchen direkt am See Vangsvatnet. Ich schlenderte der Uferpromenade entlang und sonnte mich noch ein wenig. Hinter mir landeten immer wieder Paraglider, welche vom Hausberg Hanguren gestartet waren. Ich lief anschliessend durch das belebte Dorfzentrum zurück zum Apartment.

Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein waren die perfekten Bedingungen für die Wanderung auf den Hanguren (660m.ü.M.) hinauf. Wiederum lief ich direkt vom Airbnb los Richtung Folksmuseum Voss, von wo aus der steile Wanderweg hinauf führte. Die knapp 600 Höhenmeter überwand ich nach 1.5km, was mehr einer Kletterpartie als einer Wanderung glich. Oben angekommen erwarteten mich Schnee und präparierte Langlaufloipen. Ich wollte noch weiter bis zu einer ca. 3km entfernten Hütte des Roten Kreuzes, doch die Wanderwege waren wegen dem Schnee nicht zu erkennen. Mit der norwegischen Wander-App Outtt navigierte ich mich auf den Loipen laufend in die etwaige Richtung. Nach einigen Fehlversuchen gab ich die Suche auf und kehrte um. Unterwegs machte ich bei einem Rastplatz pause, genoss die Aussicht, schoss ein paar Fotos und schaute den Paraglidern zu, wie sie ins Tal runter schwebten. Der Abstieg war fast genauso anstrengend wie der Aufstieg. Im Airbnb angekommen gönnte ich mir eine grosse Tiefkühlpizza und entspannte für den Rest des Abends.

Bergen – 13.-16. April 2019

Nach dem Check-out um 11 Uhr verstaute ich meine Sachen im Auto und machte mich auf die 3.5h lange Fahrt nach Bergen. Ich wählte meine Route bewusst auf der Hardanger Landschaftsroute entlang des Hardangerfjords, um unterwegs einige Stops in der malerischen Natur einlegen zu können. Kurz nach der Abfahrt bog ich bereits zum Skjervsfossen ab. Dort angekommen parkte ich das Auto und nahm mein Foto-Equipment mit. Den Wasserfall konnte man von oben wie auch von unten bestaunen. Ich nahm mir Zeit für meine Schnappschüsse und genoss bei bestem Wetter die Sicht auf den Wasserfall. Die darauffolgende und teilweise sehr enge Strasse verlief direkt am Hardangerfjord entlang. Etwa in der Hälfte der Strecke machte ich einen Halt direkt am Wasser und blickte auf den Fjord und die umliegenden Berge. Die nächste Pause legte ich am Steinsdalsvossen ein. Ein kleiner aber kräftiger Wasserfall bei dem man hinten/unten durch laufen konnte. Wiederum schoss ich ein paar wunderschöne Fotos und genoss den Ausblick. Die restliche Strecke fuhr ich ohne Halt bis zum gebuchten Airbnb auf der Insel Askøy neben Bergen. Dort nahm mich der Host Daniel herzlich in empfang. Die schöne Sicht vom Haus zur Askøy-Brücke rundete meinen Abend ab.

Meine Glückssträhne mit bestem Wetter riss nicht ab, worauf hin ich am Samstagnachmittag eine kleine Wanderung zum Kolbeinsvarden (231 m.ü.M.), dem höchsten Punkt der Insel Askøy unternahm. Viele Wanderer, Familien und Trekking-Läufer begegneten mir auf dem grösstenteils mit Holzlatten präpariertem Weg durch die sehr morastreichen Wälder. Am Aussichtspunkt erwartete mich eine wunderbare Rundumsicht, welche ich jedoch mit vielen anderen Leuten teilen musste. Dabei vergass ich ein paar Fotos zu schiessen und lief kurzerhand wieder zurück. Ich nahm mir vor, aus dem leichten Samstagsspaziergang einen Leistungsmarsch zu machen und ging schnellen Schrittes hinunter zum Auto. Auf dem Weg zurück zum Airbnb kaufte ich noch einige Lebensmittel und entspannte bis zur Ankunft meines Vaters. Er landete planmässig und mein Timing am Flughafen Bergen konnte nicht besser sein. Wir bezahlten aufgrund des Kurzparkings keine Gebühren und fuhren nach Askøy. Auf dem Weg assen wir bei einem Burger King zu Abend. Im Anschluss planten den Folgetag in Bergen und gingen schlafen.

Am nächsten Morgen stärkten wir uns mit einem ausgiebigen Frühstück und erhielten dabei Besuch von Daniel. Er gab uns ein paar nützliche Tipps für den Tag in Bergen. Aufgrund seiner Empfehlung fuhren wir mit der Express-Fähre in 10min von Askøy nach Bergen. Im Hafen angekommen, gingen wir einen kurzen Fussmarsch bis zur Fløyen Standseilbahn und anschliessend auf den Berg Fløyen (399m.ü.M). Oben angekommen teilten wir die wunderschöne Sicht auf Bergen mit zahlreichen anderen Touristen. Es war sehr belebt und viele Wanderer wie auch Familien waren anzutreffen. Nach ein paar Fotos machten wir uns auf den Rundwanderweg zum Gipfel des Blåmanen (554m.ü.M). Abseits des Geschehens wurde es schnell ruhig und wir konnten die Natur in vollen Zügen geniessen. Während des Aufstiegs eröffnete sich uns immer wieder die weite Sicht auf die umliegenden Inseln von Bergen und das offene Meer. Auf dem Gipfel war die Aussicht fabelhaft, jedoch zu windig um ein Picknick zu machen. Wir suchten weiter unten einen windstillen Ort mit Aussicht und assen unsere Sandwichs. Zurück bei der Station gönnten wir uns eine Glacé und sonnten uns noch ein wenig mit Blick auf die Hafenstadt, bevor wir wieder mit der Fløyenbahn nach unten fuhren. Von dort aus ging es wieder mit der Fähre zurück. Bei Tomatenpasta und guten Gesprächen liessen wir den Tag ausklingen.

Über dieses Tagebuch

Das ist mein digitales Reisetagebuch aus Norwegen. Ich fahre von April bis Juni 2019 durch ganz Norwegen – vom Süden bis in den hohen Norden. Wöchentlich schreibe ich einen Tagebuch-Eintrag über meine Erlebnisse und halte meine Eindrücke in der Foto-Galerie fest.
Viel Spass beim anschauen!

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© 2019 – Michael Egger